27.09.2025
Wie alles begann ...
2009 war für mich ein schwieriges Jahr voller Herausforderungen und Umbrüche. Eine komplizierte Lebensphase, in der ich dringend etwas brauchte, das mich runterholte. Andere gehen zum Yoga oder meditieren – ich habe mein Handy gezückt. Ja, genau, ein Handy! Kein fancy iPhone mit zig Kameras, sondern so ein Gerät, das heute vermutlich als „Retro“ durchgehen würde. Die Fotos waren pixelig, das Rauschen lauter als jeder Rockkonzertbesuch – aber sie hatten etwas: Sie zwangen mich, genauer hinzuschauen.
Die ersten Fotos waren… na ja, sagen wir: charmant unscharf.
Aber mit den Augen sah ich plötzlich immer mehr Kleinigkeiten. Regentropfen wie kleine Diamanten, Schatten, die Muster malten, oder die bunten Farben der Natur. Fotografie wurde für mich eine Form von Achtsamkeit. Statt Alltagstrubel: ein Moment, ein Bild, ein tiefer Atemzug.
Natürlich blieb es nicht beim Handy. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich dachte: „Jetzt will ich richtig fotografieren. Ich will den Menschen da draußen zeigen, wie ich die Welt sehe und wie schön all das ist!"
Also zog meine erste Spiegelreflexkamera ein. Ein Einsteigermodell, nicht zu teuer, nicht zu kompliziert – aber für mich damals ein Meilenstein. Endlich konnte ich mit Blende, ISO und Belichtungszeit herumprobieren. Zugegeben: Viele meiner Fotos hätten locker als abstrakte Kunst durchgehen können. Aber genau dieses Scheitern hat den Lerneffekt ausgemacht.
Fotografie lernen funktioniert für mich am besten durchs Machen. Natürlich habe ich Bücher gelesen und Kurse besucht – aber die besten Lektionen kamen aus meinen eigenen Fehlern.
Wie funktioniert Langzeitbelichtung? Welche Verschlusszeit benötigt ein lebhafter Hund? Was passiert, wenn ich diese und jene Parameter ändere?
Nach zwei, drei Jahren wurde die erste Kamera zu klein. Ich wollte mehr ausprobieren, flexibler sein, also tauschte ich nach und nach immer wieder die Bodys aus. Dazu Objektive in allen Varianten: Weitwinkel für Landschaften, Tele für Tiere, Makro für kleine Wunder. Es fühlt sich ein bisschen an wie Pokémon – ich will sie alle!
Und diese Sammelleidenschaft von Momenten hat bis heute nicht aufgehört!
